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Familie Roser

Wappen der Familie RoserEine lückenlose Ahnenreihe geht zurück auf den Fischer Bastian Roser. 1553 erhält er das Bürgerrecht in Straßburg. Sohn Hans Roser wird Küfer. Die nächsten zwei Generationen bleiben beim Küferhandwerk.

Auf Heinrich Roser, Weinhändler und Bierwirt in Straßburg, geht über dessen Sohn Johann Reinhard Roser der Zweig der württembergischen Kanzlei-Roser zurück. Der letztere wird 1723 in Tübingen Verwaltungsfachmann und später Vogt in Köngen. Juristen, Theologen und Mediziner finden sich in der Nachfahrenlinie. Staatsrat Karl von Roser leitet während der Revolutionsjahre des 19. Jahrhunderts das württembergische Außenministerium. Wilhelm Roser ist als Ordinarius für Chirurgie in die Medizingeschichte eingegangen; eine Wilhelm-Roser-Straße existiert noch heute in Marburg. Bekanntester Künstler in der Familie ist der weltweit tätige und berühmte Puppenspieler Albrecht Roser. 

Der Rotgerber Kaspar Roser emigriert 1681 nach Stuttgart  und begründet den Zweig der württembergischen Gerber-Roser. 1681 hatte Frankreich Straßburg annektiert und 1685 wurde das Toleranzedikt von Nantes aufgehoben; die Folge war eine spürbare Unterdrückung der evangelischen Konfession. Bei den Stuttgarter Roser-Familien findet man später intensive Beziehungen zur evangelisch-freikirchlichen Herrnhuter Brüdergemeine und zum Pietismus. Christoph Heinrich Roser (1756-1847) ist 1812 unter den Gründungsmitgliedern der Württembergischen Bibelanstalt, die rasch zum größten Bibelhersteller und -verteiler wird.

Christoph Heinrich Roser (1756-1847)
Christoph Heinrich Roser (1756-1847)

Der Stuttgarter Gerbermeister Jakob Heinrich Roser (1781-1849) gehört zu den Pionieren der Frühindustrialisierung in Württemberg. Er macht ab 1806 den Schritt vom Handwerker zum Unternehmer, zur Lederfabrik J. H. Roser. aus der geht 1875 als Nachfolger die Esslinger Lederfabrik und 1872 als Neugründung die Feuerbacher Lederfabrik C. F. Roser (Carl Friedrich Roser) hervor. Erstere geht nach dem Ersten Weltkrieg außer Familienbesitz. Die Feuerbacher Firma entwickelt sich zu einem führenden Unternehmen der Branche und produziert bis 1998. Einer der Roser-Auswanderer nach den USA errichtet dort 1886 eine Lederfabrik, die bis 1964 betrieben wird.

Jakob Heinrich Roser (1781-1849)
Jakob Heinrich Roser (1781-1849)


Lederfabrik JakobHeinrichRoser
Lederfabrik C. F. Roser Stuttgart-Feuerbach 1834-1934


Lederfabrik C. F. Roser in Feuerbach 1934
Feuerbacher Lederfabrik C. F. Roser nach mehrfachen Erweiterungen 1934


Roserplatz in Stuttgart-Feuerbach

Dieser Platz ist benannt nach der ehemaligen Lederfabrik C. F. Roser.

"Die Familie Roser war aus Straßburg zugewandert und betrieb seit 1698 eine Gerberei in Stuttgart. Gerbermeister Carl Friedrich Roser, ältester Sohn der Lederfabrik Jakob Heinrich Roser in Stuttgart, machte sich 1834 selbständig mit einer Gerberei in Heilbronn, 1848 verlegte er diese nach Stuttgart. 1872 siedelte er aus nach Feuerbach und baute eine Fabrik. Dort war damals genügend Raum für den industriellen Ausbau. Bis 1934 wurde ständig erweitert und ausgebaut. Die Feuerbacher Firma entwickelte sich zu einem führenden Unternehmen der Branche und fertigte Leder für Möbel, Autos und Lederwaren. Im Zweiten Weltkrieg war die Firma größter Hersteller des Kunststoffes „P-Sohle“. In den Jahren 1944/45 verursachten Luftangriffe massive Zerstörungen. Nach dem Wiederaufbau 1945 nahm das Unternehmen einen raschen Aufschwung. So hatte Roser Mitte der 1980er Jahre eine Monopolstellung bei der Autolederherstellung, dazu kam die Produktion von Kunststoff-Folien und von Kunstleder. 1994 wurde die Fertigung eingestellt und das Werksgelände veräußert. Auf diesem Areal entstand seither ein Ensemble von Geschäften, Arztpraxen, Gastronomiebetrieben; ein denkmalgeschützter Bonatz-Bau ist Kulturhaus für Feuerbach." (Quelle: Festschrift 100 Jahre Lederfabrik C. F. Roser Stuttgart-Feuerbach 1834-1934)
 

Dieter-Roser-Brücke in Esslingen

In Esslingen erinnert die Dieter-Roser-Brücke an den Oberbürgermeister Roser von 1948-1966. Als Ministerialdirektor im baden-württembergischen Innenministerium war er ein maßgeblicher Organisator der großen Gemeindereform von 1976.

 
Woher kommt der Name Roser, woher das Wappen?

Es gibt in unserem Familienverband keine befriedigende Deutung des Namens. Das älteste bekannte Wappen stammt von 1681, da waren unsere Vorfahren Küfer in Straßburg und auch schon mit den Rosen garniert. Sie lassen sich dort bis 1530 zurückverfolgen.

Wappen-Roser - Ursprung

Im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt ist das nach bisherigem Kenntnisstand älteste Roser-Wappen zu besichtigen. Es enthält im Wappenschild ein gelbes Fass, umstellt von 3 langstieligen roten Blumen (Rosen ?). Die Helmzier ist ein wachsender schwarz gekleideter Mann, der in der Rechten einen gelben Schlegel, in der Linken 3 rote langstielige Blumen (Rosen ?) hält. Vermutlich kombiniert die Darstellung das Zunftzeichen Fass mit dem Familiennamenattribut Rose. Das Wappen ist Bestandteil eines 56x36 cm großen Glasgemäldes, erworben 1819 aus Straßburg. Dort schmückte es ursprünglich die Zunftstube der Küfer. Entstanden ist das Glasbild 1681 in der Werkstatt des Züricher Glasmalers Hans Wilhelm Wolf. Stifter ist Johann Peter Storck, Mitglied der Küferzunft Straßburg. Das Glasbild (Inventarnummer Vg 54:199) ist beschrieben in Beck-Lustenberger, Suzanne: Glasmalerei um 800-1900 im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt, Hanau 1973, S.283-285.

Das Stifterwappen ist umgeben von einem Kranz von Namen samt Wappen von Würdenträgern der Küferzunft. Über dem o.g. Wappen steht der Name Johannes Roser 1674. Er ist unser Ahnherr der 4. Generation und lebte von 1625-1716 (Stb 1926 S.7). Als Küfermeister hatte er in seiner Zunft wichtige Funktionen: als Stückschauer übte er Qualitäts­kontrolle aus und gab auf die begutachteten Fässer nach Prüfung des Inhalts den Beschauvermerk; als Rechenmeister war er verantwortlich für die Zunftlade, die das Zunftvermögen enthielt und als Sozialkasse diente; als Spottschöffe wirkte er vermutlich beim Aufnahmeritual der Gesellen in die Zunft mit. Verheiratet war er mit Martha Mößner, die 10 Kinder gebar.

Auf das 3. Kind Heinrich Roser, geb. 1654, geht über dessen Sohn Johann Reinhard Roser der Stamm der württembergischen Kanzlei-Roser zurück (StbS. 56-65); das 5. Kind Kaspar Roser, geb. 1659, begründete 1698 in Stuttgart den Stamm der württembergischen Gerber-Roser (StbS. 8-56). Das 7. Kind Philipp Roser, geb. 1664, wurde Pfarrer in Scharrachbergheim. Über ihn hat unser Vetter Ernst Schmidt / Vaihingen einen Eintrag von 1697 im elsäßischen Wappenbuch „Armorial de la Généralité d’ Alsace“ ausfindig gemacht: registriert wurde eine rote Rose in Silber.

Ur-Roser-Wappen des Küfers Johannes Roser (1681)    

Wappen des Küfers Johannes Roser, 1681     


Roser-Wappen (seit 1887)

Roser-Wappen seit ca. 1725 der Großeltern von Ernst Roser (Familienbuch 2000, 2)     

Alle überlieferten Wappen greifen auf Rosen als irgendwie namengebend zurück. Links ist das Wappen des Küfers Johannes Roser von 1681 abgebildet, es kombiniert das Zunftzeichen Fass mit Rosen. Das rechte Wappenbild ist von einem Siegelring abgerieben, der auf die Großeltern von Ernst Roser (R431) zurückverfolgt werden kann. Diese Wappenform wird seit etwa 1725 beim o. g. Kanzlei-Roser-Zweig geführt (?). Man kann spekulieren: Da die nach Württemberg ausgewanderten Nachkommen nicht mehr Küfer, sondern Juristen und Verwaltungsleute waren, entfielen im Wappenschild das Fass und in der Helmfigur der Schlegel, übrig blieben die Rosen.

Die gedruckten RVP-Stammbäume von 1887 bis 1926 verwendeten das nachstehend abgebildete Wappenschild mit den zwei Rosen. Im Buch von 1926 wird außerdem eine andere Deutung des Namens Roser vorgestellt: Der Name könnte auf althochdeutsch hrod oder hruom, d.h. Ruhm, zurückgehen.
    

Roser-Wappen (seit1887) in Schwarz-Weiß
Seit 1887 Schwarz-Weiß-Zeichnung zur einfachen Verwendung

Roser-1756-1847